Der Petersdom und die Reformation (April 2018)

Heute vor 512 Jahren (sprich: 1506) wurde der Grundstein für den Petersdom in Rom gelegt. (Happy Birthday, übrigens)
Ironischerweise war das auch der Grundstein für die Spaltung der Kirche.
Der Papst lebte damals ein wenig nach dem Motto: »Ick will die größte, schönste Kirche.«
Und die anderen Bischöfe sagten: »Is ja nich so, als hätten wir nich schon etliche Kirchen.«
»Die soll aber noch größer und schöner sein. Also so richtig auf Jahre hinaus, mit allem Pipapo und so.«
»Und wer soll den Scheiß bezahlen?«, fragten alle anderen.
Da musste der Papst erstmal nachdenken. Dann kam ihm die rettende Idee. »Passt ma auf, wir verkaufen ab jetzt einfach Ablassbriefe.«
»Äh, wat jetzt?«
»Na, so’n Wisch Papier, den die Leute kaufen, damit sie oder ihre Verwandten - auch die, die schon tot sind - etwas weniger Zeit im Fegefeuer verbringen.«
Alle blätterten nervös in der Bibel. »Und das ist kirchenrechtlich einwandfrei?«
»Leute, Maul halten, ich bin der verdammte Papst, Vertreter Gottes auf Erden und so weiter. Wenn einer das entscheiden kann, dann ja wohl ich.«
Also wurden Ablassbriefe herausgegeben, die ordentlich Knete einbrachten, aber den Argwohn eines kleinen Mönches hervorriefen, der meinte, dass nur Gott allein entscheiden könnte, wem er wie und in welchem Rahmen vergibt.
»Alter, so nich!«, sagte Luther und fügte vermutlich noch irgendeinen Satz hinzu, in dem er die Juden beleidigte, denn das war irgendwie sein Ding.
Und so entstand die Reformation, die evangelische Kirche und natürlich der Petersdom, der - je nach Betrachtungsweise - heute immer noch die größte Kirche der Welt ist. Immerhin hat der Papst irgendwie seinen Willen bekommen und Rom eine schöne Touristenattraktion.

 

Hinweis: Bei diesem Text handelt es sich um ein Facebook-Posting vom 18. April 2018