Hier gibt es ein paar Geschichten oder Texte, die ich mal auf einer Lesebühne vorgetragen, auf Facebook veröffentlicht oder aus Lust und Laune geschrieben habe. Da die völlig unlektoriert sind, kann es sein, dass mir der ein oder andere Rechtschreibfehler durchgerutscht ist. Ist aber auch völlig wurscht. GESCHICHTEN! UMSONST! YAY!

Ein handlicher Ratgeber zum Erkennen von Nazis in Politik und Umwelt (September 2018)

In der heutigen Zeit, in der Nazis in schönem Anzug daherkommen – oder in Badehose, nachdem ihnen ihre anderen Sachen gestohlen worden – ist es manchmal etwas schwierig, zu erkennen, ob ein Politiker oder Mitmensch ein Nazi ist oder nicht. Die Wenigsten stellen sich ja in SS-Uniform hin und heben den rechten Arm. Manche geben auch irgendetwas von sich und halten es für normale Konversation, dabei ist es eigentlich braune Soße, die sich aus ihren Mündern ergießt.

Eine kurze Geschichte der Schiffsunglücke (Mai 2018)

Bei einigen der letzten geschichtlichen Zusammenstellungen, waren Erwähnungen von Schiffsunglücken dabei. Das brache mich dazu, darüber nachzudenken, welche Schiffsunglücke schlimm waren, von denen man aber bisher nicht so richtig was gehört oder gelesen hat. Sicher, jeder kennt die Titanic. Auch die Costa Concordia sollte noch einigen im Gedächtnis sein. Ist ja nicht so lange her, dass das passiert ist. Die untergehenden Schiffe der Flüchtlinge sollten Leuten, die ab und an mal Nachrichten schauen oder lesen auch nicht entgangen sein.

Essen in wirklich feinen Restaurants (Mai 2017)

Ich bin ein recht simpel gestrickter Mensch. Es gibt Dinge, die ich mag. Es gibt Dinge, die ich nicht mag. Zum Beispiel mag ich es relativ lockere Klamotten zu tragen, eine Ahnung davon zu haben, wie gewisse Sachen funktionieren, und zu essen. Aber ich hatte ein Erlebnis, das gleich alle drei Dinge in Frage stellte, die ich so sehr mochte: Meine Frau und ich wurden in ein feines Restaurant eingeladen.

Eva & Adolf (April 2018)

Eva H., vormalige Braun sagt: »Ach, ist das schön endlich verheiratet zu sein.«
Ihr Mann, Adolf H., hockt grimmig auf dem Stuhl und gibt nur ein Krächzen von sich.
»Sag mal, Wolfilein«, spricht die Frau, »wo fahren wir eigentlich in den Flitterwochen hin.«
Der Mann, dem die schwarzen Haarsträhnen ins Gesicht hängen, schaut auf: »Äfa, äch weiß nicht, ob wir öberhaupt irgendwo hinfahren können.«
»Was, willst du etwa die ganze Zeit nur hier im Bunker herumlungern?«
»Äch dänke schon.«
»Na toll. Das habe ich mir ja etwas anders vorgestellt.«

Fronleichnam (Mai 2018)

Einige Leute haben heute frei, weil in deren Bundesländern Fronleichnam gefeiert wird. Die Anderen sehen vielleicht mal den Namen im Kalender stehen und denken sich: »Wat zum Teufel soll dat denn sein?« Damit geht es ihnen wie mir.

Fronleichnam hat nichts mit Fröhlichkeit zu tun. Die englische Übersetzung »Happy Cadaver Day« ist also unpassend. Es hat auch nichts mit Arbeit zu tun. Die Leichen machen heute keinen auf Frondienst leistenden Zombie. Das Wort kommt stattdessen aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet so viel wie »der Leib des Herrn«.

Gründonnerstag (März 2018)

Heute ist Gründonnerstag. Das ist der Tag, an dem das letzte Abendmahl stattgefunden haben soll. Also nicht generell, sondern das von Jesus.
Damals gab es etwas Probleme mit der Tischbestellung, weil die vorher Bescheid gegeben haben, dass sie einen Tisch für 24 brauchen.
»Wat denn? Ihr seid doch nur 12. Oder dreizehn, wenn man den Typen mit dem Leuchtkranz um den Kopp dazuzählt.«
»Ja, aber wir müssen ja alle auf der einen Seite des Tisches sitzen, damit nicht manche von uns mit dem Rücken zu den Malern sitzen.«
»Welche Maler?«

Masada (April 2018)

Heute vor 1944 oder 1945 Jahren, sprich im Jahre 73 oder 74, beendeten die Römer den jüdischen Krieg, als sie in Masada einfielen.
Wie das damals so üblich war, haben die Statthalter der römischen Provinzen ordentlich Steuern eingetrieben und auch gerne mal für sich abgezweigt. Als irgendwann die Juden nicht mehr zahlen konnten, ist der damalige Statthalter mit Soldaten in den Tempel eingedrungen und meinte: »Dit is allet meins.«
Die Juden sahen das freilich anders. »Kannste doch nich machen!«
»Wohle!«
»Manno!«

Moses und die 10 Gebote (September 2018)

Das Volk Israel lagerte am Berg Sinai und Gott sprach: »Schön, dass ihr alle kommen konntet, aber bleibt mal alle vom Berg weg, denn ich komm runter. Außer du Moses, du komm mal rauf.«
»Ich bin hundertzwanzig Jahre alt und soll einen Berg raufklettern?«
»Ja, hm, also wenn du das so sagst ... aber, ja. Denn ich will mit dir unter vier Augen reden. Oder so von Dornbusch zu Augen.«
Also stieg Moses auf den Berg und keuchte nicht schlecht, als er endlich oben angekommen war.
»Na, das hat ja ganz schön gedauert«, sagte Gott.