Historie

Die Geschichte der Pyramiden

Im sonnigen Ägypten hatte man ein Problem: Die Bestattungen der Könige liefen zwar gut, aber dadurch, dass sie darauf bestanden Gold, Schmuck und andere tolle Sachen mit ins Grab zu nehmen, wurden ihre letzten Ruhestätten von Grabräubern ausgeräumt. Also versammelten sich die Bauherren und Architekten, um darüber zu diskutieren, wie man das verhindern könnte.
Aber alles was von ihnen kam, war so etwas wie: „Ja, och, hm.“
Bis einer von ihnen die rettende Idee hatte. „Passt ma uff. Wie isset denn, wenn wa die nich im Sand verscharren, sondern denen irgendwie wat aus Stein bauen. Wie so ne kleene Hütte? Dit macht man dicht, fertig is der Lack.“
Und alle so: „Ja, jut, wat auch immer.“

Also baute man kleine Häuser aus Stein, sogenannte Mastabas, in denen man die Könige begraben konnte. Die Grabräuber beeindruckte das aber eher wenig, weswegen die Bauherren wieder zusammentrafen.
Und alle so: „Alter…“

Dann hatte einer eine noch viel bessere Idee.
„Passt ma uff. Wat is‘n, wenn wa da nich nur so eine Mastaba bauen, sondern auf der Mastaba gleich noch eine.“
Und alle so: „Wat?“
„Na, also ne Mastaba, und darauf gleich noch eine. Und dann … wartet, dit is der Knaller … nee, echt jetzt … echt, ihr werdet‘s nich glauben … bauen wir darauf noch eine … und dann … haltet euch fest … noch eine.“
Und alle so: „Wat?“
„Nee, wirklich, dit wird die Grabräuber so verwirren, die werden gar nich wissen, wie ihnen jeschieht!“
Und alle so: „Ja, jut, wat auch immer.“

Also bauten sie eine Mastaba. Und darauf noch eine, und darauf noch eine und so weiter, bis sie etwas hatten, was sie Stufenpyramide nannten. Und dann fanden das alle ganz tuffig und super und zeigten sich gegenseitig den Daumen nach oben und so.
Dann kamen die Grabräuber und sagten: „Leute, Herausforderung angenommen.“
Und alle so: „Alter…“

Jetzt hatte man schon langsam die Nase voll, aber irgendwer hatte noch eine tolle Idee.
„Leute, passt uff. Wat is‘n, wenn wa den Pyramiden noch ne Fassade geben. Also so richtig glatte Seiten und so. Sieht dann auch aus wie ne Pyramide. Ick mein ja nur, wegen dem Namen und so.“
„Des Namens!“, sagte einer und alle buhten ihn aus und er hielt daraufhin den Rand.
„Ick sach ma so, wenn wa dit ordentlich verkleiden und allet so richtig voll mit Steine packen, dann kommen die Grabräuber da nich durch und Ruhe is.“
Und alle so: „Ja, jut, wat auch immer.“

Also baute man eine Pyramide, die ordentlich verkleidet war und nach dem Zusammensetzen von Außen nicht mehr penetrierbar war. Ganz oben setzte man sogar eine goldene Spitze rauf, weil man sich dachte: „Da versuchen die an der glatten Wand hochzuklettern, rutschen dann ab und landen auf dem Hintern. Dit wird super lustich.“
Dazu muss man erklären, dass die Unterhaltungsbranche im frühen Ägypten noch in den Kinderschuhen steckte.
Jedenfalls sahen die Grabräuber die fertige Pyramide und alle von ihnen so: „Alter…“

Nachdem man nun die Pyramiden erfunden hatte und die Könige auch ganz angetan davon waren, wollten sie allerdings immer Größere haben. Ihrer Logik nach, war halt jeder wichtiger als sein Vorgänger, weswegen er auch das größere Grabmal haben sollte. Einer wollte sogar gleich drei Pyramiden haben. Auf die Frage, warum er das wollte, immerhin hatte er ja nur einen Körper, sagte er: „Ey, ick bin der König. Mach wat.“
Und alle Bauherren so: „Alter…“

Sie setzen sich wieder zusammen, um zu besprechen, wie man das mit den großen Pyramiden lösen könnte. Es gab lange Diskussionen, die viel auf das Wort „Menno“ endeten, bis dann irgendwann einer die Hand auf die Stirn patschte und laut ausrief: „Leute, fallt nich vom Schemel, ick hab die Idee. Wie wäre es, wenn wa dit mal mit Sklaverei probieren? Wenn man sich nicht um Menschenleben und so weiter schert, macht dit die Sache doch viel einfacher.“
Und sie nickten sich alle zu und lachten und einige von ihnen dachten: „Ja, Mensch, da hätte man ja auch schon früher drauf kommen können.“
Und die Sklaven so: „Alter…“

Man baute also fleißig Pyramiden, die immer größer und größer wurden. Aber ein paar der alten Pyramiden fingen langsam an zu verfallen. Die Fassade bröckelte, die Steine lagen frei und verwitterten, weswegen es hier und da Spalten und Risse gab.
Und die Grabräuber machten nachdenklich: „Hmmmmmmm….“
Und die Bauherren so: „Alter…“

Es stellte sich heraus, dass die Pyramiden den Grabräubern auch keinen Einhalt geboten. Man hatte sogar versucht, falsche Grabkammern anzulegen, um die Grabräuber zu verwirren, aber auch das hatte nichts gebracht. Also setzten sich die Bauherren wieder zusammen, um darüber nachzudenken, wie man dem nun begegnen könnte.
Einer meldete sich zu Wort: „Also, ick will ja nüscht sagen, aber dit is irjendwie Mist.“
Und alle nickten und sagten: „Jau, so is dat wohl.“
„Also wenn ick mal so janz grob überlege, würde ick sagen, dass et vielleicht nich die beste Idee ist, wenn man den Grabräubern quasi groß ankündigt, wo dit Grab vom König is.“
Die anderen so: „Ja, hm, könnte sein.“
„Vielleicht sollten wa die toten Könige einfach in irgendein Loch inner Wüste verstecken, allet dichtmachen und die Fresse darüber halten. Pro: Nich mehr jahrelang Steine durch die Weltgeschichte karren. Contra: Jibbet nich.“
Und alle so: „Also da hatter schon nen Punkt.“
Und die Grabräuber so: „Alter…“

Und so kam es, dass man keine Pyramiden mehr baute, sondern die Könige im sogenannten Tal der Könige zur Ruhe bettete. Die genaue Lage der Gräber wurde geheim gehalten. Allerdings war es nicht so, als hätten die Grabräuber das nicht doch irgendwann mitbekommen.
Und alle so: „Alter … aber jetzt isset auch Wurscht.“

Karfreitag

Weil heute Karfreitag ist, der Tag an dem Jesus am Kreuz starb, dachte ich, dass ich mal aus dem zeitlosen Bestseller Bibel zitiere. Das Johannes-Evangelium schreibt:

Und er trug sein Kreuz selbst und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, welche auf hebräisch Golgatha heißt.
»Der Name ist ja inspierend. War Berg des Todes schon belegt, oder was?«, sagte Jesus und stieß zwinkernd einen Ellenbogen in des nächsten Römers Seite.
Ebendieser drehte sich zu ihm um und sprach: »Schnauze!«
Und Jesus sagte: »Na, du gehst auch zum Lachen in den Keller, wat?«
Aber sie fanden den Weg auf den Berg und dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte.
»In Gesellschaft ist alles halb so wild, was Jungs?«, sagte Jesus und zwinkerte den anderen beiden Gekreuzigten zu, die lediglich »Aua« antworteten.
Pilatus aber schrieb eine Überschrift und heftete sie an das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus, der Nazarener, der König der Juden. Diese Überschrift lasen viele Juden; denn der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt, und es war in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache geschrieben.
Und Jesus sagte: »Alle Achtung, so viele Sprachen kann ja heutzutage nicht jeder.«
Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: »Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern daß jener gesagt habe: Ich bin König der Juden.«
Pilatus antwortete: »Sieht dit so aus, als hätte ich noch ein Zweitbrett unterm Kittel, oder was? Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben! Basta.«
Als nun die Kriegsknechte Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Kriegsknecht einen Teil; dazu den Leibrock. Der Leibrock aber war ohne Naht, von oben bis unten in einem Stück gewoben.
»Also wenn ihr mir den überwerfen könntet, wäre das echt nett, denn lasst es mich mal so sagen: Es ist schon schweinekalt hier oben.«
Da sprachen sie zueinander: »Laßt uns den nicht zertrennen, sondern darum losen, wem er gehören soll; auf dass die Schrift erfüllt würde, die da spricht: Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen.«
»Wat?«, sagte Jesus, »Wo steht das geschrieben? Und warum würde man das zertrennen wollen, das ist allerfeinstes Handwerk. Leute? Leute?!«
Solches taten die Kriegsknechte.
Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, des Klopas Frau, und Maria Magdalena.
»Die heißen alle Maria«, tuschelte Jesus zum Römer hinunter. »Wirklich originell sind die mit der Namensgebung hier in der Gegend nicht, was?«
Und der Römer sprach: »Schnauze!«
Als nun Jesus die Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: »Hi Mom! Hier bin ich!« Darauf spricht er zu dem Jünger: »Das da ist meine Mutter. Die macht ein prima Gulasch. Vielleicht solltest du sie mitnehmen.«
Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Nach diesem, da Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, damit die Schrift erfüllt würde, spricht er: »Boah, ein Bier wäre jetzt nicht schlecht.«
Es stand da ein Gefäß voll Essig; sie aber füllten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund.
Und Jesus sagte: »Igitt.«
Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: »Wenn ich schon nichts Richtiges zu trinken bekomme, kann ich auch gleich sterben.« Zu dem Jünger aber sagte er: »Schreib mal lieber auf, dass ich ›Es ist vollbracht!‹ gesagt habe.« Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.
»Ganz wichtig«, ergänzte Jesus, »den Geist. Nicht mich.«
Die Juden nun, damit die Leichname nicht während des Sabbats am Kreuze blieben (es war nämlich Rüsttag, und jener Sabbattag war groß), baten Pilatus, dass ihnen die Beine zerschlagen und sie herabgenommen würden.
Da sagte die anderen Männer am Kreuz, die noch lebten: »Ey, Moment mal!«
Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine, ebenso dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war.
»Aaaaaaaaaah, gottverdammte …«, sagten der erste und der zweite.
Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Kriegsknechte sagte: »Wartet mal, der ging mir schon die ganze Zeit auf den Geist.«
Er durchbohrte seine Seite mit einem Speer, und alsbald floß Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, dass es der merkwürdigste Scheiß war und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, dass er die Wahrheit sagt, auf dass auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: »Es soll ihm kein Bein zerbrochen werden!«
Und abermals spricht eine andere Schrift: »Sie werden den ansehen, welchen sie durchstochen haben.«
Und die drei Marias sagten: »Von wat für einer Schrift sprechen die eigentlich andauernd?«
Danach bat Joseph von Arimathia (der ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden), den Pilatus, dass er den Leib Jesu abnehmen dürfe.
Und Pilatus sagte: »Wat auch immer.«
Da kam er und nahm den Leib Jesu herab.
Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, etwa hundert Pfund.
Da sagten die Marias: »Junge, du schleppst aber sonderbares Zeug mit dir herum. Noch dazu in solchen Mengen.«
Also nahmen sie den Leib Jesu und banden ihn samt den Spezereien in leinene Tücher, wie die Juden zu begraben pflegen. Es war aber an dem Ort, wo Jesus gekreuzigt worden war, ein Garten und in dem Garten eine neue Gruft, in welche noch niemand gelegt worden war.
»Na, das ist aber ein glücklicher Zufall, dass so eine unbenutzte Gruft, die jemand in tagelanger Arbeit aus dem Stein gehauen hat, ausgerechnet hier auftaucht und auch offensichtlich nicht weiter gebraucht wird«, sagte Joseph von Arimathia.
Dahin nun legten sie Jesus, wegen des Rüsttages der Juden, weil die Gruft nahe war.
»Ja«, sagten die Marias, »das ist echt ein Wunder.«

Gründonnerstag

Heute ist Gründonnerstag. Das ist der Tag, an dem das letzte Abendmahl stattgefunden haben soll. Also nicht generell, sondern das von Jesus.
Damals gab es etwas Probleme mit der Tischbestellung, weil die vorher Bescheid gegeben haben, dass sie einen Tisch für 24 brauchen.
»Wat denn? Ihr seid doch nur 12. Oder dreizehn, wenn man den Typen mit dem Leuchtkranz um den Kopp dazuzählt.«
»Ja, aber wir müssen ja alle auf der einen Seite des Tisches sitzen, damit nicht manche von uns mit dem Rücken zu den Malern sitzen.«
»Welche Maler?«
»Die uns in ein paar Jahrhunderten malen werden.«
»Alter, sauft ihr oder sowas?«
»Nur Messwein.«
»Vielleicht solltet ihr auf Wasser umsteigen.«
»Ja, es fällt nur schwer abstinent zu sein.«
»Wieso?«
»Unser Chef kennt da diesen Trick mit dem Wasser…«

Bei diesem Text handelt es sich ursprünglich um ein Facebook-Posting von 2018.

Valentinstag

Heute ist Valentinstag. Wie Hollywood und eine Reihe von Schriftstellern seit dem 14. Jahrhundert es uns gelehrt hat, ist das ein Tag der Liebe. Und wie die Blumen- und Schokoladenindustrie es uns gelehrt hat, ist es ein Tag, an dem man möglichst Blumen und Schokolade verschenken sollte.
Wenn man es nicht mit romantischer Liebe in Verbindung bringt, dann hat man vielleicht noch im Kopf, dass an dem Tag ein Massaker in Chicago stattgefunden hat, für das sich Al Capone verantwortlich zeichnete.
Aber woher kommt der Tag wirklich? Wer war Valentin?

Valentin war ein oder mehrere Heilige, die sich im dritten Jahrhundert in Rom herumgetrieben haben. Warum war das nicht nur einer, sondern mehrere? Weiß keiner so genau, weil sich so viel widerspricht. Man ist sich aber ziemlich einig darüber, dass Valentin als Märtyrer (nicht als Mehrtürer) starb, nachdem er den römischen Kaiser genervt hatte.
Wie hat er ihn genervt?
Er hat Trauungen durchgeführt. Das Problem daran war, dass es angeblich ein Gesetz gab, welches verheiratete Männer davon abhielt, in der römischen Armee zu dienen. Im Grunde hat er also Leute davor bewahrt in den Krieg zu ziehen. Abgesehen davon, war er natürlich ein Christ und hat christliche Trauungen durchgeführt. Und im dritten Jahrhundert reagierte das Römische Reich darauf in der Regel mit einer großen Show im Kolosseum, wo man als Christ zwar im Mittelpunkt stand, aber eben auch von wilden Tieren zerfleischt wurde. Was man nicht alles für fünf Minuten Ruhm tut, nicht wahr?
Allerdings wurde Valentin nicht von wilden Tieren gefressen. Nachdem er festgenommen wurde, heilte er im Gefängnis noch schnell die Tochter des Gefängniswärters von Blindheit. Sonst ist in einem Gefängnis auch nicht viel zu tun, gell?
Und der Kaiser Claudius fand Valentin offenbar auch ganz okay, weswegen er ihm sagte: »Alter, wie isset, willste nich römischer Priester werden. Pro: Du bleibst am Leben. Contra: Christentum kannste vergessen.«
Und Valentin darauf: »Och, hm, nö.«
Und Claudius: »Echt jetzt?«
Und Valentin so: »Red ich Spanisch oder was?«
Das fand der Kaiser irgendwie doof und sagte deswegen seinen Männern, dass sie ihn mit Keulen und Steinen totschlagen sollten. Hat aber nicht geklappt.
Valentin: »Lebe noch. LOL.«
Also hat man ihm den Kopf abgeschlagen.

Der Brauch, irgendwelche Karten zu überreichen, kommt übrigens daher, dass Valentin der Gefängniswärtertochter zum Abschied eine Notiz hinterließ, auf der »Dein Valentin« stand. Nur so nebenbei.

Seine Gebeine liegen mittlerweile angeblich in ca. einem Dutzend verschiedener Kirchen rund um die Welt. Im späten 18. Jahrhundert gab der Papst die angeblichen Gebeine einer Kirche in Madrid mit dem Auftrag: »Hier, hebt ihr das auf.« Dort kann man sie auch heute noch begutachten.

Der heilige Valentin ist der Schutzpatron der Jugendlichen, Reisenden und aus irgendeinem Grund der Imker. Er soll zur Bewahrung der jungfräulichen Unschuld und zu einer guten Verlobung und Heirat verhelfen, was irgendwie ironisch ist, wenn man bedenkt, was viele Leute, gerade in Amerika, an diesem Tag tun. Er wird bei Wahnsinn, Epilepsie und Pest angerufen. Weil das vermutlich mit dem ganzen Konzept der Liebe am besten zu vereinbaren ist.

Also wer seiner oder seinem Liebsten heute ein Valentinstag-Geschenk macht, möge daran denken, dass das irgendwie des Wahnsinns ist.

In diesem Sinne: Einen schönen Valentinstag!

 

Bei diesem Text handelt es sich ursprünglich um ein Facebook-Posting von 2018.

Geschichten zum Tag: 30.04. – Eva und Adolf

Eva H., vormalige Braun sagt: »Ach, ist das schön endlich verheiratet zu sein.«
Ihr Mann, Adolf H., hockt grimmig auf dem Stuhl und gibt nur ein Krächzen von sich.
»Sag mal, Wolfilein«, spricht die Frau, »wo fahren wir eigentlich in den Flitterwochen hin.«
Der Mann, dem die schwarzen Haarsträhnen ins Gesicht hängen, schaut auf: »Äfa, äch weiß nicht, ob wir öberhaupt irgendwo hinfahren können.«
»Was, willst du etwa die ganze Zeit nur hier im Bunker herumlungern?«
»Äch dänke schon.«
»Na toll. Das habe ich mir ja etwas anders vorgestellt.«
»Äfa«, sagt der zusammengesunkene Mann, »dä Russn stähn vor der Tör.«
»Na, und wer hat die eingeladen? Ich nicht.« Sie schmollt.
»Äfalein, äch glaube der Krieg ist verloren.«
»So ein paar Tage Ostsee wären völlig in Ordnung. Nur, dass man einfach mal rauskommt.«
»Äfa«, sagt der Mann im Mantel, »ons bleibt nur der Freitod.«
»Freiburg? Ja, da soll auch schön sein.«
»Nächt Freiburg«, stöhnt Adolf H., »Freitod.«
»Noch nie von gehört. Wo liegt denn das? Hoffentlich irgendwo am Meer. Ich würde ja gerne mal wieder baden gehen.«
»Äfa, wir können nächt weg. Dä Russn …«
»Immer hast du irgendeine Ausrede. ›Lass mich mal schnell Kanzler werden‹, hieß es. Und dann ›Lass much nur schnell eine Autobahn bauen‹. Und dann fingst du an mit diesem ›Polen erobern‹. Und Frankreich. Hättest mich ruhig mit nach Paris nehmen können.« Sie steckte sich eine Zigarette an.
Adolf H. wischte den Rauch mit der Hand davon. »Äfa, do weißt, äch mag das nicht. Das äst gesundheitsschädlich.«
»Na, man hat ja sonst keine Freude hier.«
Der Mann zieht die Mundwinkel nach unten und sagt nichts. Er fummelt an seinem Gurt herum, wo er eine Pistole aus dem Halfter holt.
»Was soll das denn jetzt?«, fragte Eva.
»Äch öberlege, ob äch mäch erschieße.«
»Was, nur weil du nicht in die Flitterwochen willst?«
Eva pustet den Rauch direkt in seine Richtung. Er muss Husten.
»Und wer«, sagt sie, »soll die Sauerei hinterher wieder saubermachen?«
»Dä Russn?«, fragt Adolf H.
»Nein, ich. Ich, mein lieber. Nun lass uns doch lieber besprechen, wo wir unsere Hochzeitsreise verbringen. Wir könnten doch auch nach Italien fahren. Hast du da nicht diesen Bekannten?«
»Mossolini? Dieser feige …«
»Reg dich nicht auf. War ja nur eine Idee. Mir war auch so, als hätte neulich irgendwer etwas von Argentinien erzählt. Aber ich glaube, dass ist mir zu weit. Da muss man ja so lange fliegen.«
»Äfa … dä Russn!«
»Na, die gibt’s ja in Argentinien nicht, oder? Wie wäre es denn mit London?«
»Äfa, da sind die Engländer. Und däser Churchill!« Er hob die geballte Faust.
»Du findest auch immer was, oder? Mach du doch auch mal einen Vorschlag.«
»Äfa, wir können nicht weg. Dä Russn …« Er schlug mit der Hand auf den Tisch.
»Ja ja, du und deine Russen. Also wenn es sein muss, dann fahre ich auch nach Sankt Petersburg. Hauptsache wir kommen überhaupt mal raus.«
Adolf H. seufzt und holt aus seiner Tasche eine kleine Tablette hervor, die er ihr hinhält.
»Was ist das? Ein Bonbon?«
Er räuspert sich. »Sächer.«
»Und wie schmeckt das? Wenn das bitter ist, will ich das nicht.«
»Das äst …«, er zögert kurz, »… ein Kaubonbon. Du musst kräftig raufbeißen.«
»Hast du vielleicht irgendwas, was nach Himbeere schmeckt. Die mag ich.«
»NÄMM JETZT DIE TABLETTE!«
Eva zieht an der Zigarette. »Also wenn du jetzt laut wirst, will ich das gar nicht. Da ist man kaum einen Tag verheiratet und schon wirst du laut. Das kannst du vielleicht vor deinen Parteifreunden machen, aber ich bin deine Frau.«
»Äfa, dä Russn!«
»Ach, du und deine Russen.«
»Äfa, nämm das und sei ruhig.« Er hält ihr die Tablette erneut hin.
»Na, das ist ja auch keine Art.«
Adolf H. seufzt. Er legt die Tablette auf den Tisch und setzt sich die Waffe an den Kopf.
»Mein Gott, dass du immer so dramatisch sein musst.«
Er drückt ab. Es knallt und er fällt tot vornüber.
»Aaaaaaaah, Wolfi! Die Bettlaken!« Der Anblick des Blutes lässt sie erschrecken. »Das geht doch nie wieder raus. Ich brauche erstmal was zur Beruhigung. Wo ist denn dieses Bonbon?«

So oder ähnlich war das. Schätze ich.

 

Wer die Geschichte gerne von mir vorgelesen bekommen möchte, kann sich einfach mein Video dazu ansehen:

Geschichten zum Tag: 18.04. – Der Grundstein für den Petersdom wird gelegt

Heute vor 512 Jahren (sprich: 1506) wurde der Grundstein für den Petersdom in Rom gelegt. (Happy Birthday, übrigens) Ironischerweise war das auch der Grundstein für die Spaltung der Kirche.
Der Papst lebte damals ein wenig nach dem Motto: »Ick will die größte, schönste Kirche.«
Und die anderen Bischöfe sagten: »Is ja nich so, als hätten wir nich schon etliche Kirchen.«
»Die soll aber noch größer und schöner sein. Also so richtig auf Jahre hinaus, mit allem Pipapo und so.«
»Und wer soll den Scheiß bezahlen?«, fragten alle anderen.
Da musste der Papst erstmal nachdenken. Dann kam ihm die rettende Idee. »Passt ma auf, wir verkaufen ab jetzt einfach Ablassbriefe.«
»Äh, wat jetzt?«
»Na, so’n Wisch Papier, den die Leute kaufen, damit sie oder ihre Verwandten – auch die, die schon tot sind – etwas weniger Zeit im Fegefeuer verbringen.«
Alle blätterten nervös in der Bibel. »Und das ist kirchenrechtlich einwandfrei?«
»Leute, Maul halten, ich bin der verdammte Papst, Vertreter Gottes auf Erden und so weiter. Wenn einer das entscheiden kann, dann ja wohl ich.«
Also wurden Ablassbriefe herausgegeben, die ordentlich Knete einbrachten, aber den Argwohn eines kleinen Mönches hervorriefen, der meinte, dass nur Gott allein entscheiden könnte, wem er wie und in welchem Rahmen vergibt.
»Alter, so nich!«, sagte Luther und fügte vermutlich noch irgendeinen Satz hinzu, in dem er die Juden beleidigte, denn das war irgendwie sein Ding.
Und so entstand die Reformation, die evangelische Kirche und natürlich der Petersdom, der – je nach Betrachtungsweise – heute immer noch die größte Kirche der Welt ist. Immerhin hat der Papst irgendwie seinen Willen bekommen und Rom eine schöne Touristenattraktion.

Bei dem Text handelt es sich ursprünglich um ein Facebook-Posting vom 18.04.2018.

Geschichten zum Tag: 16.04. – Masada

Heute vor 1944 oder 1945 Jahren, sprich im Jahre 73 oder 74, beendeten die Römer den jüdischen Krieg, als sie in Masada einfielen.
Wie das damals so üblich war, haben die Statthalter der römischen Provinzen ordentlich Steuern eingetrieben und auch gerne mal für sich abgezweigt. Als irgendwann die Juden nicht mehr zahlen konnten, ist der damalige Statthalter mit Soldaten in den Tempel eingedrungen und meinte: »Dit is allet meins.«
Die Juden sahen das freilich anders. »Kannste doch nich machen!«
»Wohle!«
»Manno!«
Und dann gab es Bürgerkrieg, in dem überraschend die Römer ordentlich eins auf die Mütze bekamen. Zumindest vorerst.

Als man in Rom mitbekam, dass in Judäa die Kacke am Dampfen war, schickte man gleich ein paar Legionen los, die ordentlich aufräumten. Sicher, das dauerte einige Jahre, aber hinterher hatte man gleich mehrere Städte und u.a. auch den jüdischen Tempel gleich ganz zerstört.
Nur ein kleines Dorf leistete Widerstand. Die Gallier hatten den Zaubertrank … nee, Moment … das war was anderes.

Masada, eine Bergfestung, die von den Römern stammte und auf einem Tafelberg (sprich: einem oben flachen Berg) lag, war von Sikariern (eine Art jüdische Assassinen-Gruppe) im Jahr 66 erobert worden. Durch die Lage war sie gut geschützt und als die Römer so langsam aber sicher alles platt machten, zogen sich die letzten Aufständischen dahin zurück. Alles in allem 967 Leute. Das letzte Aufgebot der Juden.
Der römische Feldherr Flavius Silva kam nach Masada und sagte zu den Juden: »Ey, wenn ihr aufgebt und uns reinlasst, dann bringen wir zumindest nicht alle um.«
Darauf sagten die Juden: »Ach, geh doch wo du wohnst.«
Die Juden konnten optimistisch sein, denn immerhin war die Festung so gut wie uneinnehmbar. Sechs Meter hohe, doppelt verstärkte Mauern, nur vier leicht zu verteidigende Eingänge und auf allen Seiten mindestens 80 Meter Höhenunterschied zum Boden, der die Nutzung von Belagerungsmaschinen unmöglich machte. Man hatte Vorräte und Brunnen innerhalb der Mauern. Es ging ihnen also mehr oder weniger gut. Allerdings hatten die Römer die Tendenz dazu einfallsreich zu werden, wenn ihnen jemand ans Bein gepinkelt hatte.
Silva meinte zu seinen Leuten: »Jungs, ihr baut jetzt eine vier Kilometer lange Mauer, damit die nicht abhauen können.«
Und die Soldaten sagten: »Och, Mann, ey.«
»Und acht kleinere Festungen auch noch, wo wir die ganzen Leute unterbringen.«
Und die Soldaten sagten: »War ja klar.«
Oben auf dem Berg saßen die Juden und schauten, was die Römer trieben. Der allgemeine Tenor war: »Dit sieht ja nich gut aus, ma sagen.«
Trotzdem konnten die Römer gar nicht zur Festung vordringen. Ihre einzige Chance die Mauern zu durchbrechen, wären Belagerungsmaschinen gewesen. Aber die hebt man ja nicht mal so eben 80 Meter hoch und stellt sie irgendwo hin, wo kein Platz ist.
Die Juden pöbelten von der Mauer: »Euch gehen ja die Vorräte viel eher aus als uns. Nananananananananana!«
Also dachte Silva: »Ihr kleinen … « Dann wandte er sich an die Armee: »Leute, ick hab ne Idee! Wir bauen einfach eine Rampe.«
»Wat jetzt?«, fragten die Soldaten.
»Na, wir schütten hier an der etwas flacheren Stelle einfach lauter Zeug hin, bis wir oben ankommen. Dann schieben wir nen Belagerungsturm rauf, machen die Mauer kaputt und – zack, die Bohne – alle tot.«
Die Soldaten waren sich nicht sicher, ob sie richtig gehört hatten. »Du willst, dass wir ohne Bagger oder Baufahrzeuge – die wir ja noch gar nicht kennen – so viel Erde bewegen, die das Kolosseum oder mehr füllen könnte?«
»Yup.«
»Och Mann …«
»Is was?«
»Nee, allet super. Großartige Idee.«

Die aufständischen Juden konnten nun jeden Tag sehen, wie die Rampe langsam wuchs. Im Grunde entstand ein kleiner Berg vor ihrer Nase. Und innerhalb von zwei Monaten war das Ding fertig.
Als der Belagerungsturm und die Truppen den Berg hinaufkamen, ging den Juden ganz schön die Muffe. »Ohshitohshitohshitohshitohshitohshitohshit!«
Schließlich, nach ein paar Problemchen, kamen die Römer an die Mauer, durchbrachen sie und stürmten das Lager. Aber statt einem ordentlichen Kampf erwartete sie … Stille.
960 Leichen lagen in Masada verstreut. Die Aufständischen hatten sich entweder selbst umgebracht oder gegenseitig. Lediglich zwei alte Frauen und fünf Kinder, die überlebten, weil sie sich versteckt hatten, wurden von den Römern gefunden. Vermutlich lagen ein paar Leichen mit erhobenen Stinkefingern herum.
Die Römer daraufhin: »Wow … das ist … wow. Also damit haben wir jetzt gar nicht gerechnet. Das ist ziemlich abgedrehter Scheiß, aber … Respekt.«

 

Bis heute gilt Masada als Symbol für den jüdischen Freiheitswillen.

Geschichten zum Tag: 15.03. – Die Ermordung von Julius Caesar

Am 15. März 44 v.Chr. ging Gaius Julius Caesar in das Theater von Pompeius – eigentlich ein Veranstaltungsort -, weil dort der Senat tagte. Während der Sitzung sollte es Gladiatorenkämpfe geben, denn – klar – warum auch nicht. Auch heute im Bundestag werden sich ja noch verbal die Köpfe eingeschlagen.
Was Caesar nicht wusste, war, dass die Gladiatoren da waren, falls irgendwas bei seiner Ermordung schiefgehen sollte.
Er war zuvor zum Diktator auf Lebenszeit ernannt worden, was seinem Ego sicher sehr geschmeichelt hatte. Caesar war ja so etwas wie ein Rockstar, der sich für den Mittelpunkt der Welt hielt. (Da muss ich irgendwann mal was drüber schreiben.) Nur dass er – im Gegensatz zu Rockstars – nicht Gitarre spielte oder sang, sondern anderen Ländern militärisch nahelegte es doch mal mit der römischen Republik zu probieren. Dafür wollte er dann natürlich ordentlich belohnt werden, am liebsten mit Macht. Das wiederum fanden einige Senatoren nicht so prall, weswegen sie dachten: »Ey, der muss weg.«
Auf dem Weg ins Theater, gelang es einigen Senatoren Caesar abzukapseln. Dann zogen sie ihre Dolche und hieben auf ihn ein.
Und Caesar so: »Ey, dit is ja auch keine Art!«
Und die Sentatoren so: »Wie sieht’s denn jetzt aus mit abnippeln?«
Und Caesar sprach: »Ach ja, da war doch was.« Dann starb er.
Im Anschluss wurde noch schnell beschlossen, dass der Mord an Caesar als Tyrannenmord berechtigt gewesen ist, weswegen alle daran beteiligten freigesprochen wurden. Dann klopften sich die Mörder auf die Schulter und sagten: »Mensch, da haben wir ja noch mal Ferkel gehabt.«
Dummerweise sahen Caesars Kumpel Marcus Antonius und Caesars Adoptivsohn und Erbe Octavius das etwas anders.
»Euch ist schon klar, dass ihr jetzt alle eines schrecklichen Todes sterbt, oder?«
Und die Senatoren so: »Verdammt, irgendwie hatten wir uns das anders vorgestellt.«
Dann gab es einen lustigen Bürgerkrieg, Marcus Antonius und Octavius gingen sich irgendwann auch gegenseitig auf den Sack, bis Octavius letztendlich gewann und meinte: »Also das mit der Republik hat ja auch irgendwie nicht geklappt, jetzt bin ich halt der Chef.«
Und die im Sterben liegenden Senatoren so: »Hey, Moment mal, war das nicht genau das, was wir mit dem Mord an Caesar verhindern wollten?«
Und Octavius so: »Yup. Tschüssikowski. Ach, übrigens nenne ich mich jetzt Augustus. Der Erhabene. Cooler Name, was?«
Und die übrigen Senatoren so: »Klar! Super! Du bist der Beste! Haste dir auch verdient!«

Also, hütet euch vor den Iden des März heute! Und hinterfragt es, wenn ihr irgendwo in einem Meeting seit und Gladiatorenkämpfe abgehalten werden…

Geschichten zum Tag: 13.03. – Der Uranus wird entdeckt

Heute im Jahr 1781 entdeckte William Herschel einen neuen Planeten. Nun, zumindest hat er etwas entdeckt, von dem er dachte: »Wat is’n dit?«
Bis ein russischer Astronom sagte: »Keule, scheint irgendwie ’n Planet zu sein.«
»Is ja ’n Ding!«, sagte William und nannte es »Georgsgestirn«, nach seinem König Georg III.
Der König war davon sehr geschmeichelt. »Trefflicher Name!«, sagte er. »Und weil Arschkriecherei einen immer weiterbringt, kannst du jetzt Chefastronom von Großbritannien sein.«
Die Franzosen, die es aber mit den Engländern, vor allem mit deren König, nicht so hatten, nannten den neuen Planeten zunächst mal »Herschel«, bis dann irgendwer in der Astronomengemeinschaft sagte: »Leute, passt mal auf, wir können das Ding nicht Herschel nennen, wie klingt denn das? Mars, Jupiter, Saturn, Herschel? Ernsthaft, jetzt.«
»Wat is’n mit Uranus?«, sagte einer, woraufhin alle englischsprachigen Astronomen zu kichern anfingen. »Ist der Name einer griechischen Gottheit. Die anderen Planeten heißen zwar nach römischen Gottheiten, aber wat soll’s.«
»Ja, sicher Uranus …«, sagten die Briten und kicherten erneut.
Und so blieb dann der Name und erheitert Leute mit Englischkenntnissen bis heute.*

*Für Leute mit wenig Englischkenntnissen: »Uranus« wird wie »your anus« (»dein Darmausgang«) ausgesprochen.

 

Bei diesem Text handelte es sich ursprünglich um ein Facebook-Posting.

Geschichten zum Tag: 20.02. – Geburtstag von Geoffrey Thomas Phipps Hornby

Heute vor 193 Jahren wurde Geoffrey Thomas Phipps Hornby geboren.
99% der Leser kratzen sich jetzt vermutlich am Kopf und sagen »Wer? Wat?« und hätten damit gar nicht mal so unrecht.
Es handelt sich bei Hornby um einen britischen Admiral, der vor allem für sein diplomatisches Geschick bekannt war. Und seinen ersten großen Einsatz hatte er im sogenannten Schweinekonflikt.
Im Schweinekonflikt von 1859 ging es um einen Gebietsdisput zwischen den USA und Großbritannien. Im Grunde hatte man irgendwann in einem Vertrag die Grenze zwischen den Territorien festgelegt, sich dabei aber undeutlich ausgedrückt, frei nach der Art: »Wir nehmen dit Land links vom Wasser und ihr dit rechts. Allet klar? Fein.«
Dummerweise gab es aber mehrere Inseln im Wasser und auf einer davon gab es zwei Farmen: eine britische und eine amerikanische. Die Schweine von der britischen Farm liefen frei herum und fraßen die Ernte des amerikanischen Farmers, was der natürlich wenig knorke fand.
»Alter, halt die Viecher weg von der Farm sonst setzt es was?«
»Pöh, gar nich. Is allet britisch hier, Verpfeif du dich doch.«
»Nüscht is mit britisch. Dit is Amerika, Du Pfosten!«
»Ach, geh doch wo du wohnst!«
Daraufhin nahm der Amerikaner eine Knarre und erschoss ein Schwein. Denn, natürlich hatte der Amerikaner eine Knarre und wenn er schon eine hat, dann benutzt er sie auch.
Da das ein preisgekröntes Schwein war – Schönste Haarfrisur 1858 – wollte der Brite Entschädigung, die der Amerikaner aber nicht zahlen konnte und wollte. Also wandten sich die Briten an die Regierung, die gleich alle Amerikaner als Eindringlinge von der Insel vertreiben wollten.
Als das örtliche amerikanische Militär davon erfuhr, dachten die sich: »Dit jeht mal ja nich!« So wurden Truppen ausgesandt.
Die Briten reagierten darauf, indem sie drei große Kriegsschiffe unter dem Befehl von Hornby hinbeorderten.
Bei diplomatischen Gesprächen einigte man sich dann darauf, dass beide Länder Anspruch hatten und erstmal beide auf der Insel bleiben sollten. Trotzdem traute keiner so recht dem anderen über den Weg, weswegen dort Soldaten von beiden Seiten stationiert blieben. Nach 12 Jahren des »Konflikts« konnte schließlich der deutsche Kaiser vermitteln und die Insel ging an Amerika.
So hatte Hornby es geschafft, dass in einem 12-jährigen Konflikt der einzige Leidtragende ein Schwein gewesen war.

 

Bei diesem Text handelte es sich ursprünglich um ein Facebook-Posting.